Monographien

Die Kunst des Verschiebens. Dekonstruktion für Einsteiger
München: Wilhem Fink Verlag, 2015 Link

die_kunst_des_verschiebensDekonstruktion ist immer noch in aller Munde. Dabei ist sie an sehr unterschiedlichen Ufern unterwegs: Einerseits als Allerweltsvokabel im Feuilleton und im bildungsbürgerlichen Kulturgut, andererseits als hoch theoretisches Werkzeug in den Gemäuern altehrwürdiger Universitäten, vom Charme des Unverständlichen umhüllt. Das Buch versucht, sowohl die zeitgenössische Popularität und Verwässerung wie die akademische Komplexität zu ver­meiden. Stattdessen wird Derridas Wortschöpfung als Perspektive oder Haltung anhand von Bei­spielen aller Art und möglichst ohne den Pomp philosophischer Begriffe vorgestellt. Übrig bleibt eine Denkbewegung, die nicht zu unrecht für Aufsehen gesorgt hat und dennoch recht spezifisch ist. Letztlich ist sie vor allem eines: politisch.


„Ein Anzug aus Strom“. LSD, Kybernetik und die psychedelische Revolution
Wiesbaden, Springer VS, 2015 Link

cover_ein_Anzug_aus_StromLSD ist das Elixier der psychedelischen 1960er Jahre. Der Stoff verzückt eine ganze Generation und nährt die Hoffnung auf eine Welt jenseits von Macht und Geld. Doch die Gegenkultur dieser Zeit hat einen doppelten Boden: Hinter der bunt-blumigen Fassade trägt ein kybernetisches Denken in Feedbacks und Regelkreisen die Phantasie. LSD scheint den theoretischen Kurzschluss von Mensch und Maschine wahr werden zu lassen. Das Buch erzählt eine andere Geschichte der psychedelischen Bewegung und zeigt, dass die Freiheit der Hippies nicht zuletzt Anpassung  an die technischen Gegebenheiten bedeutet und den Weg in die Kontrollgesellschaft ebnet.


Grenzgänge. Kulturen des Rauschs seit der Renaissance
München: Wilhelm Fink Verlag, 2013 Link
Besprechung bei Deutschlandradio Kultur 2013

grenzgaenge_finkOb Rauscherfahrungen gut oder schlecht sind, wird viel diskutiert. Was es jedoch heißt, „berauscht” zu sein, spielt zumeist keine Rolle – es scheint immer schon klar. Ein Blick in die Kulturgeschichte des Rauschs zeigt: Es gibt keinen echten oder authentischen Rausch. Der Rausch kann viele Gesichter haben.Drogenerfahrungen gelten als bedeutsamer Ausdruck verwirrter oder erleuchteter Seelen, als basale Sinnestäuschung eines „angebrannten Gehirns”, als Möglichkeitsbedingung absoluter Selbsterkenntnis oder als Modus, das „Unaussprechliche” auszusprechen. Von Drogen provozierte Grenzüberschreitungen sind also substantiell unterschiedlich. Die üblicherweise angenommene Authentizität der Erfahrung erodiert im Moment des historischen Vergleichs, und Rausch zeigt sich als Konzept oder „epistemisches Ding”, das erst im Verlauf des 18. Jahrhunderts das Licht der Welt erblickte.